Woraus das besteht, was bei Ihnen eingebaut wird

Wenn ein Boden zwanzig Jahre liegt und eine Wand zehn Jahre hält, sollte man wissen dürfen, was da eigentlich drin ist. Die Hersteller, mit denen wir arbeiten, sagen das ziemlich genau — nur liest es kaum jemand, weil es in Datenblättern und Prüfberichten steht.

Wir haben es zusammengetragen: die Zutatenlisten, die Prüfzeichen, die Normen, nach denen gemessen wurde. Wörtlich so, wie die Hersteller es angeben, mit Datum und Link zur Quelle. Wer es genauer wissen will, liest hier weiter. Wer uns einfach machen lässt, weiß zumindest, dass es nachzulesen wäre.

Ein Hinweis vorweg: Wir stellen nichts davon selbst her. Wir planen, messen auf, beraten, liefern und bauen ein. Die Angaben auf dieser Seite stammen deshalb von den Herstellern — nachprüfbar über die verlinkten Quellen.

PURLINE Bioboden

Hersteller: Windmöller GmbH, Detmold · Marke wineo
Was wir damit machen: liefern und verlegen, im Wohnraum wie im Objekt

Woraus er besteht

Windmöller nennt den Werkstoff „ecuran". Statt der sonst üblichen petrochemischen Polyole stecken in der Polyurethan-Rezeptur pflanzliche Öle: Rapsöl und Rizinusöl. Als mineralischer Füllstoff kommt Kreide dazu. Der Hersteller gibt an, auf Chlor, Weichmacher und Lösemittel zu verzichten.

Was geprüft ist

Windmöller führt für PURLINE unter anderem auf: Cradle to Cradle, Blauer Engel, Greenguard Gold, TFI-TÜV PROFiCERT, das DGNB-Navigator-Label, das französische A+-Siegel, das finnische M1 und das dänische Indoor Climate Label. Dazu drei Umweltproduktdeklarationen (EPD) des Instituts Bauen und Umwelt — je eine für die Klebe- und die Klick-Variante sowie eine für die Unterlagsmatten. Sie sind nach ISO 14025 und EN 15804 erstellt, also nach den international anerkannten Regeln für Ökobilanzen über den gesamten Lebensweg.

Nachlesen beim Hersteller

Angaben abgerufen am 26.08.2026.

Linoleum

Hersteller: Forbo Flooring GmbH, Paderborn — Linie Marmoleum
Was wir damit machen: liefern, verlegen, auch auf Treppen

Woraus es besteht

Linoleum ist einer der wenigen Bodenbeläge mit einer eigenen Norm: EN ISO 24011 legt fest, was sich so nennen darf. Der Fachverband der elastischen Bodenbelagshersteller nennt als Bestandteile Leinöl, Naturharze, Sikkative, Korkmehl, Holzmehl, Kreide, Farbstoffe — und Jute als Trägergewebe. Das ist keine Marketingaussage, sondern die Definition des Materials.

Was geprüft ist

Forbo veröffentlicht Umweltproduktdeklarationen für seine Linoleumbeläge und gibt für Marmoleum 2,5 mm Bahnenware an, jeder produzierte Quadratmeter entlaste die Umwelt um 446 Gramm Kohlendioxid — gerechnet von der Rohstoffgewinnung bis zum Werkstor.

Nachlesen beim Hersteller

  • Umweltproduktdeklarationen Linoleum als PDF: forbo.com
  • Norm EN ISO 24011: einsehbar über den DIN-Media-Verlag

Angaben abgerufen am 26.08.2026.

Kalkfarben und Kalkputze

Hersteller: HAGA AG Naturbaustoffe
Was wir damit machen: beraten, liefern, verarbeiten — Wandflächen, Bäder, Altbau

Woraus sie bestehen

HAGA veröffentlicht die Zutaten vollständig. Für die Kalkfarbe: Sumpfkalk, Kalksteinmehl, Kreidemehl, Tonerdemehl, Weißkalkhydrat, Leinöl, Titandioxid und Cellulose. Grundlage ist ein Kalkstein aus der Gegend von Rupperswil, der nach Herstellerangabe mehr als 98 Prozent Calciumcarbonat enthält; HAGA nennt die Kalkfarbe deshalb eine Farbe auf Basis von über 98 Prozent reinem Sumpfkalk. Für den Calkosit Kalkstreichputz: Sumpfkalk, Kalksteingranulat, weiße Kalksande, Kalksteinmehl, Kreidemehl, Tonerdemehl, Weißkalkhydrat, Titandioxid und Cellulose. Beide sind lösemittelfrei und kommen ohne Trockenstoffe aus.

Warum Kalk und Schimmel nicht zusammenpassen

Das ist keine Frage der Weltanschauung, sondern des pH-Werts. Das technische Merkblatt zur HAGA Kalkfarbe nennt einen pH-Wert von rund 13 — in diesem Bereich wächst schlicht nichts. Deshalb steht Kalk im Bad, nicht weil er sympathisch aussieht.

Was geprüft ist

HAGA hält Prüfberichte und Zertifikate öffentlich bereit, unter anderem vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik, der EMPA Dübendorf und der Hochschule Luzern, dazu ecoBau-Zertifikate für einzelne Produkte.

Aus dem Merkblatt zur Kalkfarbe stammen drei Angaben, die im Alltag zählen: Der VOC-Anteil ist mit „frei" angegeben, das Brandverhalten mit A1 – nicht brennbar, der Sd-Wert liegt unter 0,01 Meter. Der Sd-Wert sagt, wie stark eine Schicht den Wasserdampf bremst — 0,01 Meter entsprechen einer Luftschicht von einem Zentimeter, die Wand bleibt also praktisch offen.

Nachlesen beim Hersteller

HAGA überarbeitet die technischen Merkblätter zurzeit Blatt für Blatt. Wir nennen deshalb den Ausgabestand des Blatts, aus dem wir zitieren — maßgeblich ist immer die Fassung, die HAGA gerade zum Herunterladen bereitstellt.

Angaben abgerufen am 28.08.2026, technisches Merkblatt „HAGA Kalkfarbe" in der Ausgabe Januar 2024.

Korkböden

Hersteller: Corpet Cork GmbH, Neumarkt in der Oberpfalz
Was wir damit machen: liefern und verlegen, gern in Kinderzimmern und Barfußbereichen

Woher der Kork kommt

Die Korkeiche ist der einzige Baum, dessen Rinde sich so schnell und so dick nachbildet, dass man sie ernten kann, ohne den Baum zu fällen. Der Deutsche Kork-Verband beschreibt es so: „Ohne den Baum zu schaden wird die Rinde immer wieder von Hand geschält." Das Hauptanbaugebiet ist Portugal — dort stehen die Montados, aus denen etwa die Hälfte des weltweiten Jahresbedarfs kommt.

Was geprüft ist

Für Korkböden gibt es eigene Normen: EN 12104 für Korkfliesen und EN 16511 für Kork-Fertigböden. Der Deutsche Kork-Verband vergibt seit 1996 das Kork-Logo als Gütezeichen; seit 2023 steht es für Sortimente nach EN 16511.

Nachlesen

  • Deutscher Kork-Verband e.V.: kork.de
  • Technische Datenblätter und Leistungserklärungen: corpet.info

Angaben abgerufen am 26.08.2026.

Spanndecken

Für die Clipso-Spannverkleidungen gibt es eine eigene Seite — dort steht, woraus das Gewebe besteht und wie es montiert wird.

Zu den Clipso-Angaben

Warum es diese Seite gibt

Seit dem 27. September 2026 gilt die EU-Richtlinie 2024/825. Sie verlangt, dass jede Umweltaussage in der Werbung belegt ist — und zwar von dem, der wirbt, nicht von dem, der herstellt. Wörter wie „ökologisch" oder „nachhaltig" dürfen nicht mehr einfach so dastehen.

Wir haben unsere Seiten daraufhin durchgesehen und einiges gestrichen. Was blieb, sind Angaben, die man nachprüfen kann: Zutatenlisten, pH-Werte, Normen, Prüfzeichen. Diese Seite ist die Sammelstelle dafür.

Alle Angaben stammen von den Herstellern und sind über die Links nachlesbar. Änderungen an Rezepturen und Zertifikaten liegen bei den Herstellern — wir prüfen die Seite jährlich nach. Stand: 26.08.2026.

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